Wassermühle

Wenn auch beim Mühlenbau aller guten Dinge drei sind, dann hat Heinz Pöpping bei seiner Wassermühle jetzt das "zweite Ding" geschafft: Nach dem Wiederaufbau des Fachwerkgebäudes von 1744 als erstem Schritt folgte jetzt der nächste, wichtige Arbeitsgang mit weithin sichtbarem Ergebnis: die Montage des Wasserrades. Damit ist nun das Gesamtwerk in der Außenansicht komplett fertig: Das vier Meter im Durchmesser große Mühlrad dreht sich.

 

Und wie es sich dreht! 

Es scheint kaum möglich, dass sich der tonnenschwere, eiserne Koloss so leicht anstoßen lässt. Das demonstriert Heinz Pöpping gern: Das Minigewicht eines kleinen Gläschens "Mühlentrunk", vorsichtig auf eine Wasserschaufel gestellt, setzt das Rad ganz sanft in eine lang andauernde Bewegung. Hält man an, dann genügt schon ein leiser Windstoß und wiederum beginnt das Rad, gleichmäßig und ruhig sich zu drehen. Ein erhabener Anblick auf das Herzstück der Mühle für den zufriedenen und zugleich stolzen Mühlenbauer, der den Schluck "Mühlentrunk" anschließend auch verdient hat.

 

Aber ihre eigentliche Kraft bezieht die Mühle aus dem Wasser des Mühlenteiches. Heinz Pöpping muss das Schütz nur um wenige Zentimeter per Kurbelgetriebe hochziehen und schon schießt rauschend das Wasser ins tiefe Gerinne, trifft auf die 32 Schaufeln und augenblicklich dreht sich schwungvoll und unaufhaltsam das Rad.Diesmal kann es niemand mehr mit der Hand anhalten. Die Kraft reicht jetzt locker zum Betrieb der gesamten inneren Mahltechnik.

 

Bis es so weit war, mussten Heinz Pöpping, seine Söhne und Freunde beim Radaufbau stundenlange, harte Arbeit leisten. Mithilfe eines Autokranes wurden die beiden schweren, gusseisernen Rosetten auf die Radwelle montiert und eingebaut. Dann folten die vier großen Radkranzteile, die einzeln mit der Rosette fest verschraubt wurden. Erst danach konnten die 32 Schaufeln aus Cortenstahlblech angepasst und aufgenietet werden.

 

In nächster Zeit kann Heinz Pöpping in Ruhe am "dritten guten Ding" weiterarbeiten. Es gilt, die originale Rekonstruktion der alten Mühlentechnik im Inneren mit Mahlgang und Transmissionen zur Kraftübetragung einzubringen. Anschließend kann er dort, wie es schon vor Jahrhunderten die Vorbesitzter der Mühle taten, Korn zu Roggenschrot verarbeiten. Und gleichzeitig anschaulich Einblicke in ein uraltes historisches Handwerk vermitteln.

 

Wer zum traditionellen Spaziergang am Maitag noch ein Ziel sucht: Der Anblick der restaurierten Mühle samt Wasserrad vom idyllischen Nonnenpädken aus und ein Besuch auf der Fachwerkhofanlage Pöpping, wo die historische Handarbeitsausstellung im Speicher und des Cafe mit hoftypischen Genüssen geöffnet sind, lohnen. Im Mai stellt die Familie Pöpping auch wieder die originale Nachbildung des Telgter Gnadenbildes aus. In diesem Jahr wird sie auf Wunsch der Organisatoren der "Telgter Kutschwallfahrt" zu deren 25-jährigem Bestehen am Himmelfahrtstag, 17. Mai, auf der Kutsche zum Wallfahrtsort mitgeführt.

Wassermühle von oben und ein Teil der Hofanlage.

Die Wassermühle ist auch im Winter eine Augenweide.

Auch bei Nacht sieht die Wassermühle wunderschön aus.

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